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für Eltern - Was ist Rugby ?

Was ist Rugby?
Rugby ist ein Mannschaftsspiel mit einem eiförmigen, 400 bis 440 Gramm schweren Lederhohlball. Es verbindet Elemente des Footballs, Fußballs und Handballs. Seinen Namen hat es von der englischen Stadt Rugby.
Man unterscheidet zwischen Rugby League und Rugby Union. In der Rugby League treten Mannschaften aus jeweils 13 Spielern gegeneinander an, bei der Rugby Union sind es 15 Spieler.
In Europa ist Rugby vor allem in Großbritannien und Frankreich sehr populär. In der südlichen Hemisphäre, in Australien und Neuseeland, auf allen Pazifikinseln, in Südafrika und Argentinien ist Rugby Kult und Nationalsport.
Rugby ist nach mehr als 90-jähriger Unterbrechung wieder olympischer Sport. Bei der Olympiade 2016 in Rio de Janeiro werden die großen Rugby-Nationen endlich auch in der 7er-Variante um olympische Medaillen kämpfen können.

Eine Rugby-Ausrüstung besteht aus:
  • ein Paar Rugbyschuhe (für den Beginn reichen Fußballschuhe für den Rasenplatz)
  • ein festes Trainingsshirt
  • eine stabile Sporthose
  • Zahnschutz (Tragen ist Pflicht) [ca. 5 €]
  • optional kann auch ein Kopfschutz aus Schaumstoff aus weichem, dünn gepolsterten Material getragen werden, der den Kopf und besonders die Ohren schützt [ca. 20-40€]
  • wahlweise ein schaumstoffgefütterte Schulterpolster (unter dem Trikot zu tragen) [ca. 30-40€]

Für ein erstes Probetraining reichen Fußballschuhe und normale Sportkleidung vollkommen aus.

Wer ist für Rugby geeignet?
Rugby ist “game for all shapes and sizes”. Wir brauchen flinke Hakler genauso wie bärenstarke Props. Eine Rugby-Mannschaft hat viele und unterschiedlichste Spielpositionen zu besetzen und für nahezu jeden Körperbau findet sich eine geeignete Spielposition. Jeder also, der Spaß an Ball- und Mannschaftssport hat, ist für Rugby geeignet. Der Rest ist Training, Training, Training.

Ist Rugby gefährlich?
Rugby wird als Breitensport international betrachtet fast so häufig gespielt wie Fußball. Die internationale Verletzungsstatistik zeigt aber, dass Rugby, was die Schwere wie Häufigkeit der Verletzungen angeht, hinter Fußball und auch anderen populären Sportarten wie z.B. Handball, Basketball, ja sogar Volleyball zurückliegt. Beim Rugby wird der Ball nicht mit dem Fuß geführt; Fußattacken, die beim Fußball oft Verletzungen auslösen, gibt es bspw. also gar nicht. Rugby-Spieler sind außerdem angehalten sich zu schützen, das Tragen eines Mundschutzes ist Pflicht.

Rugby ist ein strikt geregelter und fairer Sport. Die Schiedsrichter pfeifen streng, Diskussionen auf dem Spielfeld sind undenkbar. Stoßen, Rempeln, Checken oder Treten sind absolut verboten. Was allerdings erlaubt ist und wohl viel zum Bild von Rugby in Deutschland beigetragen hat, ist das sogenannte Tackling. Hier darf der ballführende Spieler unterhalb der Schulterlinie, meist sind es die Beine, umklammert und dadurch zu Fall gebracht werden.
Von außen und von Laien betrachtet können solche Spielzüge gefährlich wirken, für uns Spieler aber sind sie es nicht. Wir üben diese Spielsituationen im Training ein, d.h., wir lernen nicht nur, was man als Angreifer zu tun und zu lassen hat, sondern auch als Angegriffener. So wissen wir, wie wir uns vor Verletzungen schützen können. Tackling mag deshalb spektakulär oder rabiat aussehen, für uns Spieler ist es eine Spieltechnik unter vielen anderen.

Kleine Rugby-Geschichte

Der Legende nach soll Rugby während eines Fußballspiels in der gleichnamigen Stadt entstanden sein. Als der Mannschaft von William Webb Ellis 1823 eine Niederlage bevorstand, packte dieser den Ball mit den Händen und legte ihn ins Tor des Gegners. Obwohl berechtigte Zweifel am Wahrheitsgehalt der Geschichte bestehen, ist der Pokal der Rugby-Union-Weltmeisterschaft nach William Webb Ellis benannt – der Webb Ellis Cup.
1863 wurde der englische Fußballverband Football Association (FA) mit dem Ziel gegründet, die noch vielfältigen Fußballregeln zu vereinheitlichen. Aufgrund von Streitigkeiten über Regeländerungen zogen sich einige Vereine aus dem Verband zurück und gründeten am 26. Januar 1871 mit der Rugby Football Union (RFU) einen konkurrierenden Verband, der in der Folgezeit nach und nach die Regeln der Rugby School standardisierte. Bereits am 27. März desselben Jahres fand in Edinburgh zwischen Schottland und England das erste Länderspiel statt.
Rugby in Stuttgart: Hier muss man auf die Geschichte des Fußballs zurückgreifen – die eng miteinander verbunden sind. William Cail, von 1892-94 Präsident der English Rugby Football Union, wusste später zu berichten, dass er bereits 1865 als Schüler der „Klose'schen Anstalten" im Neckartal sowie auf dem Cannstatter Wasen Rugby gespielt hatte. Und mit Philipp Heineken behauptete einer der ersten Sportjournalisten Deutschlands: „Um die Ehre, Fußball in Deutschland zuerst gespielt zu haben, streiten sich Hannover, Heidelberg, Frankfurt und Cannstatt. Wie die Sache heute steht, geht wahrscheinlich Cannstatt als Sieger aus diesem Wettstreit hervor."

Kleine Regelkunde:

Ziel ist es, den Ball am Gegner vorbei zu tragen oder zu kicken und dadurch Punkte zu erzielen. Dies kann auf verschiedene Arten geschehen:

  • Versuch (engl. try): Ein Versuch wird erzielt, wenn der Ball im gegnerischen Malfeld auf dem Boden abgelegt wird.
  • Erhöhung (engl. conversion): Nach einem Versuch hat die Mannschaft  die Möglichkeit, den auf dem Boden positionierten Ball mit beliebigem Abstand zu den H-förmigen Malstangen, an dem Punkt an dem der Versuch gelegt wurde, über die Querstange zu treten.
  • Sprungtritt (engl. dropkick): Ein Spieler tritt den Ball, der vorher den Boden berührt haben muss, aus dem laufenden Spiel heraus über die Querstange der Malstangen.
  • Straftritt (engl. penalty kick): Ein Tritt ähnlich dem Erhöhungskick, von einem Punkt aus, an dem ein schwererer Regelverstoß der gegnerischen Mannschaft stattgefunden hat. Dieser Straftritt kann auch in anderen Varianten ausgeführt werden, allerdings ohne dabei direkt zu punkten.

Der Ball darf ausschließlich nach hinten gepasst werden. Wenn der Ball jedoch nach vorne geworfen wurde, wird ein Gedränge angeordnet (engl. scrum). Das Gedränge beschreibt das gegenseitige Anbinden von acht Spielern, die dann „um den Ball schieben“. Man könnte es als eine Art Kräftemessen bezeichnen: Die Spieler stehen in gebückter Haltung mit geradem Rücken, mit dem Gegner ineinander verschachtelt, voreinander und versuchen durch gemeinsames Drücken den Gegner wegzuschieben und somit den Ball für das eigene Team freizugeben.
Nur der balltragende Spieler darf angegriffen werden. Es ist erlaubt, diesen durch Tiefhalten (engl. tackle) unterhalb der Schulterlinie „abzubremsen“ oder ihn zu Fall zu bringen. Wenn der Spieler auf dem Boden liegt, dürfen von beiden Teams andere Spieler nach dem Ball schieben und drücken. Schlagen und Treten ist generell streng verboten.